Paartherapie

DIE PAAR PROBLEME?

 „Frauen und Männer passen nicht zusammen – das macht aber nichts“, sagt der Psychiater und Paarexperte Arnold Retzer. Allerdings kann bei ständigen Konflikten, Untreue oder Kränkungen der Abstand zum Problem verloren gehen. Wahrnehmungen verhärten sich und die Partnerschaft wird als Belastung erlebt.Die Systemische Paartherapie nutzt die Chance, neue Sichtweisen zu entwickeln und neuen Handlungsspielraum zu gewinnen. Der Fokus wird auf die Stärken und Fähigkeiten der einzelnen Partner gelenkt. Ressourcen, die zur Gestaltung der (gemeinsamen?) Zukunft oft verschüttet sind.Eine Systemische Paarberatung unterstützt die Partner dabei, gemeinsam herauszufinden, ob und wie die verschiedenen Bedürfnisse in Einklang zu bringen sind.In der Regel können die Probleme in bis zu 10 Sitzungen bearbeitet werden. Am Anfang kann auch eine Einzelberatung stehen, wenn der Partner (noch) nicht zu einer Paarberatung bereit ist.

Zusätzliches Angebot:

Paartherapie mit dem Therapeutenpaar Leyhausen & Wagner

Es besteht für Sie darüber hinaus die Möglichkeit, die Paartherapie mit dem Therapeutenpaar Sigrid Wagner und Malte Leyhausen durchzuführen. Nähere Informationen finden Sie hier.

Erfolgsfaktoren für Paare

Die aktuellen Erkenntnisse der Paarforschung:

  • Probleme seien wie andauerndes Regenwetter, meint der Paarforscher Dr. Arnold Retzer, da könne man Sonnentänze vollführen, Tieropfer bringen, beten – nützt alles nichts. Die Zeit lasse sich besser nutzen: um Regenkleidung zu besorgen. Oder in den Süden zu fliegen. „Es kommt also letztlich nicht darauf an“, schließt Retzer, „sich zu vertragen, das heißt, Probleme zu lösen, sondern darauf, sich zu ertragen.“
  • Wer sich mit Unvollkommenheit zufriedengibt, hat eine echte Chance, die Liebe zu bewahren und ein Leben lang gemeinsam Weihnachten zu feiern.
  • Eine glückliche Parnerschaft ist die Union zweier Menschen, die gut im Vergeben sind. D h. nicht klein beigeben, sondern, ganz für sich, die Verletzung ad acta legen, als Akt der Freiheit.
  • Echte Freundschaft schmiedet Paare viel fester zusammen als die Herzklopfdramatik der sogenannten großen Liebe.
  • Kinder sind Beziehungskiller.
  • Gegensätze ziehen sich vielleicht an – aber ähnliche Werte schweißen zusammen.
  • Die ewigen Beziehungsdebatten führen in der Regel zu nichts – jedenfalls zu nichts Gutem.
  • Sex ist überbewertet.
  • Zufriedene Paare, das stellte der Paarforscher John Gottman schon fest, lösen Spannungen mit Humor, Zuneigung und Respekt. Den gelegentlichen Seitenhieb, der ihnen während eines Disputs herausrutscht, gleichen sie aus mit mindestens fünf Freundlichkeiten.
  • Es scheint vor allem der Glaube ans Beisammenbleiben zu sein, der den Paaren in Krisen neuen Liebeswillen einhaucht. „Zukunftsorientierung“ heißt das in der Forschersprache.

Nützliche Beziehungsgrundsätze

(in Anlehnung an Martin Koschorke)

Beziehungsgrundsatz Nr. 1
Keiner soll sich selbst aufgeben – beide sind ebenbürtig und haben die gleichen Rechte.
Beziehungsgrundsatz Nr. 2
Beide haben grundsätzlich die gleiche Verantwortung für das tägliche Zusammenleben (Haushalt, Kinder etc.).
Beziehungsgrundsatz Nr. 3
Keiner versucht den anderen zu ändern.
Beziehungsgrundsatz Nr. 4
Über Unterschiede wird geredet, über gegensätzliche Wünsche und Lösungsvorstellungen wird verhandelt.
Beziehungsgrundsatz Nr. 5
Die Partner sprechen sich Wertschätzung und Dank aus für das, was jeder tut und leistet.
Beziehungsgrundsatz Nr. 6
Bestimmte Bereiche unseres Lebens gehören so sehr zu uns, dass wir jedes Eindringen wie einen körperlichen Angriff empfinden – die Grenzen dieser Bereiche werden respektiert.
Beziehungsgrundsatz Nr. 7
Die Partner verabreden, wer wann wo Chef oder Chefin ist.
Beziehungsgrundsatz Nr. 8
Jede Paarbeziehung braucht ein Mindestmaß an Gemeinsamkeit, sonst haben die Partner keine gemeinsame Grundlage. Jede Paarbeziehung braucht ein Mindestmaß an Unterschiedlichkeit, sonst fehlt es der Partnerschaft an Leben und Zukunft.
Beziehungsgrundsatz Nr. 9
Mit dem unbewussten Partnervertrag, den zwei Verliebte abschließen, eröffnet jeder Partner zugleich ein seelisches Konto. Themen werden angesprochen, bevor das positive Konto leer und das negative Konto hoffnungslos überfüllt ist.
Beziehungsgrundsatz Nr. 10
Jeder Partner hat auf seine Weise Recht, denn beide sind beteiligt.